Hauptmenü

Sehnsucht

Die dunkle Seite der Sehnsucht zeigt sich durch das wilde Sehnen nach dem scheinbar Unerreichbaren. Beispielsweise drückte sie sich bei mir durch das Sehnen nach dem Ufo, dass mich von dieser beschissenen Welt (in der mich keiner verstand) abholen sollte, aus, ebenso wie durch das nächtliche tränenüberströmte Sehnen in den Sternenhimmel.

Lange Zeit begleitete mich meine Ufo-Sehnsucht. In meinem Umfeld traf ich ein paar Menschen, die welche gesehen hatten und ich erwartete auch bald eines zu sehen. Mit der geballten Kraft meines zielorientierten Willens sehnte ich "mein Ufo" herbei.

In mir wuchs zuerst Wut auf mich selbst, weil sich keines zeigte, denn selbstverständlich mußte ich doch daran "Schuld" sein, denn die Außerirdischen machten natürlich keine "Fehler" *hihihi*. Als ich meine Wut bemerkte, widmete ich mich den Gedanken und Gefühlen meiner Sehnsucht mit aller Hingabe. Durch das Weiterspinnen meiner Sehnsuchtsgedanken merkte ich, dass mein Ufo niemals die Lösung für mich sein konnte, denn es würde mich zwar von der Erde fortholen, aber nicht von mir selbst! Meine Zweifelgedanken, Todesprogramme und Selbsthass-Gedanken würden mit mir in das Ufo gehen...

Auch der Sternenhimmel weckte in mir die Sehnsucht nach einem anderen Ort, einer anderen Zeit, einem anderen SEIN. Auch im Betrachten des Sternenhimmels habe ich mich lange zeit in eine suchtvolle Suche nach "Etwas" begeben, ohne "es" zu finden, oder meine Suche zu bemerken...

Die lichte Seite der Sehnsucht fühlt sich ähnlich wie Vorfreude an. Sie zeigt, wo mein Weg hinführt, gibt eine Vorschau dessen, was kommen wird. Hilft, auf dem Weg zu bleiben, weil die Wellen der lichten Sehnsucht aufzeigen, wohin das Herz/die Seele mein menschliches Dasein ziehen will und zeigt mir gleichzeitig, dass ich auf diesem Weg bereits gegangen bin und gehe.

Die dunkle und die lichte Seite der Sehnsucht bedingen einander. Beides ist im jeweils anderen enthalten (wie immer) und gemeinsam kann die Sehnsucht dem Menschen helfen vor sich selbst zu flüchten, oder zu sich selbst zu finden. Der Mensch selbst ist "die Größe", welche die Wahl hat und für sich entscheidet welche Seite gerade dem augenblicklichen SEIN nutzt. Die gelebte Weisheit seines Handelns zeigt sich ihm meist erst viel später...

In herzlicher Verbundenheit

Brigitte